Über das Erleben und Erlebte

Sonntag, 3. Februar 2008

Für Steffi

Glücklich sein.

Was bedeutet glücklich sein?
Hier ist meine Idee.

Glück empfinden und erleben heißt,
Wenn alltägliches die Möglichkeit hat seine Schönheit zu zeigen und zu entfalten.
Wenn Farben intensiver leuchten,
Wenn Musik schöner und klarer klingt
Wenn die Luft noch etwas besser riecht
Wenn selbst ein grauer Regentag schön ist

aber GLÜCKLICH SEIN bedeutet
MIT DIR ZUSAMMENSEIN


Zeit für eine schwärmerische Würdigung

An dieser Stelle möchte ich gerne Jochen Distelmeyer, den Sänger der im Jahre 2006 aufgelösten Band Blumfeld würdigen. Blumfeld zeichneten sich durch sehr durchdachte und reflektive Texte aus. Besonders auf den bersten beiden Alben L' etat et moi und Ich-Maschine wurde die Art Text fast schon exzessiert. Ich habe zwei schöne Lieder gefunden, die ich seit Tagen mindestens einmal höre. Zum einen das Lied "So lebe ich" als Liveversion und zum anderen eine Coverversion von "weder noch", die ursprünglich von Georg Kreisler stammt.


Donnerstag, 31. Januar 2008

Was ist Freundschaft?

Kürzlich lehnte ein sehr guter Freund meine Bitte, mir ein Buch zu leihen, mit folgenden Worten ab: Jedesmal wenn ich irgendwem ein Buch leihe, bekomme ich es nie so zurück, wie ich es ausgeliehen habe.
Diese Formulierung veranlasste mich einmal mehr über Freundschaft und ihre Bedeutung nachzudenken.
Es ist nun nicht so, dass ich hinter dieser Formulierung etwas böses vermute, doch hier prallte mein Weltbild mit einem anderen zusammen. Im folgenden möchte ein paar Gedanken über dieses Weltbild verlieren.
In meiner Welt ist jemand den ich als guten Freund bezeichne und wir uns gegenseitig auch so verstehen nicht irgendjemand. Außerdem setze ich, ob gerechtfertigt oder nicht, als Freund gewisse Privilegien voraus, denn bei mir impliziert dieses vorausgesetzte Privileg, dass ich es zu würdigen weiß und möglichst nicht verspielen möchte. Bezogen auf das oben genannte Beispiel heißt das für mich, ich werde mit dem geliehenen Buch pfleglich umgehen und es natürlich so zurückgeben wie ich es erhalten habe. Aber vielleicht erwarte ich auch ein bisschen zu viel und in solchen Momenten kollidieren eben jene Erwartungen mit anderen Lebenslagen.
Freundschaft ist für mich mehr als ein sinnleerer Begriff. Ich habe dieser auch nicht so viele, aber die Menschen, die ich als Freunde bezeichne und umgekehrt, haben in meinem Leben eine besondere Position. In dieser, unserer schnelllebigen Welt bieten meine Freunde mir einen Anker und eine Stetigkeit, was nicht bedeutet, dass sich Beziehungen nicht dynamisch verhalten, sondern eine gewisse Grundsicherheit darstellen. Meine Freunde werten im gewissen Sinne mein Dasein auf, da ich alle meine Freunde sehr schätze und respektiere und auch respektiert und geschätzt werde. Bisher war es auch genauso. Freundschaft bedeutet aber keinesfalls ständige Harmonie oder, um es platter auszudrücken, nur FriedeFreudeEierkuchen, sondern eine Freundschaft zeichnet sich meiner Meinung auch durch Auseinandersetzungen aus, die aber zu einem gemeinsamen Ergebnis führen sollten. Es ist auch normal, dass man sich von Zeit zu Zeit nicht ertragen kann, aber es sollte die erwähnte Grundsicherheit nicht erschüttern. Zu den Auseinandersetzungen gehört es auch, dass man fair bleibt und verbal möglichst nicht entgleist, sondern eine Anstrengung unternimmt die richtigen Worte zu finden, denn das gebietet der Respekt vor der Person.
Freundschaft bedeutet auch Verantwortung und kein Mensch ist fehlerfrei und diese Verantwortung kann da manchmal störend im Weg sein. Ich bin sicherlich kein perfekter Freund, aber immer bemüht die Prinzipien, die ich hier postuliere, auch einzuhalten. Ich bin auch bereit Kritik zu erhalten und anzunehmen, nur setzt das die notwendige Kommunikation voraus.
Wie ich oben bereits erwähnt habe, kann es sein, dass ich zuviel erwarte und mein Bild von Freundschaft ein etwas verzerrtes ist, doch meine bisherige Erfahrung und Empfindung gibt mir das Gefühl, dass ich so falsch nicht liege. Aber es ist eben nur meine Empfindung und mein Kopf, der die Empfindung verarbeitet.


Donnerstag, 22. November 2007

Ohne Worte


Dienstag, 6. November 2007

Religion und Vernunft



Heute habe ich einen bedenkenswerten Satz gehört.
[...]"Während hier alles erlaubt ist, was nicht gesetzlich verboten ist, verbietet der Islam alles, was nicht gesetzlich erlaubt ist."[...]
Daran schließt sich mir die Frage an, was denn der Islam, oder besser gesagt, die Schari'a erlaubt.

Der Frage konnte ich nicht befriedigend nachgehen, aber ich habe herausgefunden, dass die Schari'a das gültige Gesetzbuch in vielen muslimischen Ländern ist, speziell denen, die den sunnitischen Glauben glauben. Das stimmte mich noch nachdenklicher, denn die Schari'a fordert auch die Widersprüche kritiklos anzuerkennen, was für mich bedeutet, dass mit solchen Gläubigen keine Diskussion über Sinn und Unsinn der Religion an sich nicht möglich ist, denn für mich ginge es genau um die Widersprüche einer Religion, nicht, um sie als unsinnig abzustempeln, sondern viel eher, um zu erfahren, wie mit eben diesen Widersprüchen gelebt wird. Vielleicht ist es aber auch unsinnig eine Diskussion über Religion mit "unseren" weltlichen, von Aufklärung und dem selbstbestimmten Ich beeinflussten Werten zu führen. Aber genau diese Kluft ist mein größter Feind im religiösen Verständnis,aber dieses aufklärerische Gedankengut gefällt mir nun mal besser, denn es ist das einzige, was ich kenne und verinnerlicht habe, außerdem gibt es in diesem Denken keine übergeordnete Instanz, die über mich wacht und für mich sorgt und ich so wenigstens ein bisschen das Gefühl der Selbstbestimmung habe. Deshalb ist momentan einer meiner Leitsätze der Homo mensura Satz Protagoras:" Aller Dinge Maß ist der Mensch, der Seienden, wie sie sind, der Nichtseienden, wie sie nicht sind. Sein ist gleich jemandem erscheinen." Wobei ich an dem autonomen, selbstbestimmten Ich zweifele, denn ich bin ja nicht völlig isoliert von der Welt, also auch nicht von ihren Einflüssen, und die Welt ist nun mal voll mit anderen Menschen, deren Begegnung mich selbstverständlich beeinflusst, sei es direkt oder indirekt, bewusst oder unbewusst.



Samstag, 3. November 2007

Bemerkungen zum Humanismus


Da es eine Fülle von Auffassungen über Humanismus gibt, musste ich mich erst einmal für eine dieser Beschreibungen entscheiden. Für mich standen die von J.P. Sartre, mit dem Verweis auf die Eigenverantwortung des Einzelnen, und die von Erich Fromm, mit der zunehmenden Entfremdung und Unfähigkeit des Menschen zur Liebe zur Diskussion.

Ich werde mich in diesem Text auf beide Vertreter stützen und beziehen, da sie am ehesten meine Auffassung von Humanismus beschreiben. Beginnen möchte ich mit einem Zitat von Erich Fromm:

Haben wir aber mit dem ganzen Menschen in uns Kontakt, dann gibt es nichts Fremdes mehr. Es gibt kein Verurteilen anderer mehr aus einem Gefühl der eigenen Überlegenheit... Der Mensch steht heute vor der Wahl: Entweder wählt er das Leben und ist zur neuen Erfahrung von Humanismus fähig, oder die neue 'eine Welt' wird nicht gelingen.“

Der Begriff Humanismus ist sehr relativ. Jedoch grenzt er sich mit der Fokussierung auf die oben genannten Vertreter ziemlich ein. Mit dem Verlust der Fähigkeit zu lieben und dem mangelndem Interesse sich selbst kennenzulernen und sich selbst bestimmten, auch schmerzhaften Erfahrungen zu stellen, geht dem Menschen eine wichtige und essentielle Erfahrung des Lebens verloren. Damit kann einhergehen, dass dem Menschen die Fähigkeit zur Empathie, also der Fähigkeit sich in Andere einzufühlen, verloren geht. Das kann wiederum zu einem rüden und verständnislosen Umgang untereinander führen. Aber wie begegnet man solchen Menschen? Mit Verständnis und Empathie? Mir persönlich fehlt dazu oft der Wille und ich verstecke mich in meiner kleinen, „humanistischen Nische“. Ich stehe manchmal fassungslos da, wenn ich auf Menschen treffe, die meinen Vorstellungen von Menschsein überhaupt nicht entsprechen und drehe mich weg. Bin ich aber damit nicht genauso inhuman wie die Menschen, die ich dafür verurteile inhuman zu sein? In diesem Fall schützt Humanismus vor Garnichts, wenn nicht der Wille zur Veränderung der Verhältnisse oder wenigstens der Wille zum bewussten Kontakt und dem Auseinandersetzen auch mit solchen Situationen vorhanden ist. An dieser Stelle möchte ich J.P.Sartre zitieren:

Es gibt kein anderes Universum als ein menschliches, das Universum der menschlichen Subjektivität. Diese Verbindung von den Menschen ausmachender Transzendenz- nicht in dem Sinn, wie Gott transzendent ist, sondern im Sinn von Überschreitung - und Subjektivität in dem Sinn, dass der Mensch nicht in sich selbst eingeschlossen, sondern immer in einem menschlichen Universum gegenwärtig ist, das ist es, was wir existentialistischen Humanismus nennen.“

Der Verweis auf die Eigenverantwortung des Einzelnen ist für mich einer der wichtigsten Grundsätze im menschlichen Zusammenleben. Denn nur wenn ich erkenne, dass ich alleine für mein Leben und Handeln zu verantworten bin, entfällt die Schuldzuweisung auf andere. So wird mir auch die Bequemlichkeit, nur mit dem Finger auf andere zeigen zu müssen, genommen. Dann fängt es an schmerzlich werden, denn dann muss ich mir darüber klar werden, was ich überhaupt vom Leben möchte und erwarte. Dann kommen das Suchen und das Überlegen nach dem Inhalt, der mich, wenn nicht für den Rest des Lebens, so doch zumindest bis zur nächsten Etappe führt, und mir wenigstens ein bisschen Zufriedenheit und Lebensfreude schenkt. Jetzt könnte der Einwand genannt werden, dass nicht alle Menschen in der Lage sind ihr Leben frei zu gestalten, weil es da kranke und bedürftige Angehörige oder ein Kind gibt. Diese Menschen lasse ich bei diesen Überlegungen außer Acht, denn sie leisten, ob aus Pflicht oder freiwillig, bereits einen großen humanistischen Beitrag. Jeder andere Mensch ist für sein Leben selbst verantwortlich und so hart es auch klingen mag, lässt sich jede Diskussion darüber auf diese einfache Aussage bringen. Es ist nicht der tyrannische Chef, der die Arbeit für mich unerträglich macht, sondern meine Unfähigkeit oder vielleicht auch die Angst diesen Umstand zu verändern. Ich war selbst mal in einem Unternehmen beschäftigt, in dem die Geschäftsführerin die Macht über alles und jeden hatte. Ich musste schmerzlich erkennen, dass es nicht die Geschäftsleitung war die für meine Situation verantwortlich ist, sondern, dass ich hätte gehen oder die Kollegen zu einer Arbeitsverweigerung bewegen müssen. Doch aus Angst vor Arbeitslosigkeit, Armut und sozialem Abstieg habe ich alles gelassen wie es war.

Der Weg zur Erkenntnis der Mechanismen, die mich binden oder mich in unangenehmen Lebensumständen halten, ist für mich der erste Schritt, ein humanistischeres Leben zu führen. Ich glaube, ein denkender und verantwortungsbewusster Mensch wird ein Leben lang damit beschäftigt sein, seine Position und sein Handeln immer wieder zu reflektieren und zu nivellieren, denn es gibt kein universelles humanistisches Lebenskonzept, sondern immer nur Situationen und Entscheidungen.



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Trauer und Scham








Um einiges vorab zu klären, ich zähle heute den fünften Tag nach Trennung.
Heute bin ich das erste Mal alleine ausgegangen. Einerseits, um die Einsamkeit für einen Moment lang zu vergessen, andererseits, um die Einsamkeit zu überwinden. Ich stand also in der Disko und beobachtete Frauen, Männer und Pärchen. Dabei konnte ich(natürlich nur mit meinen Augen und aus meiner Perspektive) einiges interessantes beobachten. Ich sah Verzweifelte, Suchende und sich Gefundene. Die Suchenden und Verzweifelten waren weniger interessant, da ich selbst augenblicklich in ähnlicher Verfassung bin. Interessant waren die sich gefundenen. Sei es, erst an diesem Abend oder bereits länger. Ich beneidete sie alle. Es waren die liebevollen, kleinen Gesten, die sich gegenseitig zugeworfen worden und vor allem diese Sicherheit, die alle diese Leute ausstrahlten. Sie waren den Suchenden und Verzweifelten überlegen und das wissen sie auch, ob bewusst oder unbewusst. In jedem Fall strahlten sie dies aus, oder ist es nur mein getrübte Wahrnemung? Jedenfalls merkte ich, wie ein guter Freund von mir mal sagte, man merkt erst wie sehr man daran hängt, wenn der Strick reißt. Genauso fühlte ich mich und wollte ab da nur schnellstens weg von dort, denn ich fühlte mich derart deplatziert und falsch aufgehoben, dass ich dann tatsächlich unverzüglich aufsprang und weglief.
(Das eben beschriebene und erlebte ist unter Einfluss einer übermäßigen Menge Alkohol geschrieben und wahrgenommen. Also, vielleicht nicht, oder besser doch, ernstzunehmen)

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